{"id":10586,"date":"2024-09-05T14:48:59","date_gmt":"2024-09-05T12:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/werk\/co-lab\/"},"modified":"2024-09-05T14:48:59","modified_gmt":"2024-09-05T12:48:59","slug":"co-lab","status":"publish","type":"werk","link":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/werk\/co-lab","title":{"rendered":"CO-lab"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Projekt CO-lab besch\u00e4ftigt sich mit der Frage der Autor:innenschaft in der Kunst. Eine<\/p>\n\n\n\n<p>Frage, die durch die Verbreitung von Text und Bild generierender KI auf eine v\u00f6llig neue Weise aufgeworfen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die insbesondere von bildenden K\u00fcnstler:innen verwendeten Werkzeuge beeinflussen ihre Werke ma\u00dfgeblich. Das zeigt sich im Endergebnis, der Herangehensweise und sogar in der Idee. Doch was passiert, wenn das Werkzeug nicht mehr nur Einfluss auf eine Idee oder ein Werk hat, sondern deren Ursprung ist? Und ist ein Werkzeug, sobald es aktiv gestaltet, noch Werkzeug oder schon ein:e Kollaborateur:in?<\/p>\n\n\n\n<p>CO-lab erforscht die Beziehungen zwischen K\u00fcnstler:in, Werkzeug und Werk, indem es Grenzen austestet und verschwimmen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Exponat erweitert die Fragestellung und l\u00e4dt die Ausstellungsbesucher:innen ein, kollaborativ mitzuwirken. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden werden Fotos angefertigt, die algorithmisch bearbeitet und von der Maschine gezeichnet werden. Die Besucher:innen werden Teil des Kunstwerkes \u2013 entweder passiv, weil sie ohne Zutun auf der Abbildung zu sehen sind; oder aktiv, indem sie sich absichtlich vor die Kamera stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im gesamten Projekt wird bewusst auf den Einsatz von KI verzichtet \u2013 aus ethischen Gr\u00fcnden, aber auch um Prozesse zu verdeutlichen, die sich sonst in einer Blackbox vollziehen. Zus\u00e4tzlich wird der gesamte Prozess, vom Konzept bis zu den Verfahren der Umsetzung multimedial dokumentiert und frei zug\u00e4nglich online zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt Co-Lab besch\u00e4ftigt sich mit der Frage der Autor:innenschaft in der Kunst. Eine Frage, die durch die Verbreitung von KI zur Erzeugung textbasierter Inhalte (LLM, Large Language Models) und bildgenerierender KI auf eine v\u00f6llig neue Weise aufgeworfen wurde. Nina Botthofs \u201eZeichenmaschine\u201c thematisiert dieses Problematik dadurch, dass die schrittweise Auslagerung operativer Verfahren in der Entwicklung und Umsetzung einer Zeichnung bestimmend f\u00fcr ihr \u201eBetriebssystem\u201c ist. Zugleich fungiert Co-Lab als eine Versuchsanordnung f\u00fcr die k\u00fcnstlerischen M\u00f6glichkeiten maschinellen Zeichnens.<br>&nbsp;<br><strong>Copyright vs. Kooperation<\/strong><br>Die insbesondere von bildenden K\u00fcnstler:innen verwendeten Werkzeuge beeinflussen ihre Werke ma\u00dfgeblich. Das zeigt sich nolens volens im Endergebnis, aber auch die Herangehensweise und sogar die urspr\u00fcngliche Idee werden durch den Einsatz der jeweiligen Mittel gepr\u00e4gt. Bisher bezog sich der Einfluss von Werkzeugen \u2013 ob Hammer und Mei\u00dfel, ob Computer und Bildschirm \u2013 prim\u00e4r auf die handwerklichen Aspekte eines Kunst-Werkes; durch LLMs und KI-Bildgeneratoren k\u00f6nnen aber viele Teile der Konzeption ausgelagert werden. Wenn also neue Technologien bereits die Projektentwicklung mitbestimmen, wie gro\u00df ist dann noch der Beitrag der K\u00fcnstler:in an \u201eihrem:seinem\u201c Werk? Und \u2013 wie beeinflusst diese Verschiebung der Kompetenzen im Entstehungsprozess von Kunst die Wahrnehmung von Autor:innenschaft?<br>&nbsp;<br>In ihrer Arbeit Co-Lab verzichtet Botthof bewusst auf den Einsatz von KI \u2013 einerseits aus einer Gegenhaltung zum aktuellen Hype und aus ethischen Gr\u00fcnden (viele g\u00e4ngige KI-Modelle verletzen Urheberrechte und verwenden Arbeiten von K\u00fcnstler:innen ohne deren Zustimmung zum Training), andererseits gelingt es so, Prozesse zu verdeutlichen, die sich sonst in einer Blackbox vollziehen. Zugleich bezieht sie aus der generativen Verlangsamung einen \u00e4sthetischen Gewinn: Indem die Auswirkung unterschiedlicher Materialien und Medien auf die \u00c4sthetik dem Werk auf verschiedene Weise \u2013 dokumentarisch, kollaborativ &#8230; \u2013 eingeschrieben werden, wird das Verh\u00e4ltnis zwischen Mensch und Technologie anhand eines Praxisbeispiels der Kunst zu deren Gegenstand.<br>&nbsp;<br><strong>Open Source<\/strong><br>Der gesamte Prozess, vom Konzept bis zu den Verfahren der Umsetzung, wird multimedial dokumentiert und gleichsam als dessen Source Code frei zug\u00e4nglich online zur Verf\u00fcgung gestellt. Zus\u00e4tzlich besteht durch interaktive Formate f\u00fcr das Publikum die M\u00f6glichkeit, an dem Projekt teilzunehmen. Wie sich diese Art der Kollaboration auf die Wahrnehmung der Autor:innenschaft auswirkt, das erlaubt R\u00fcckschl\u00fcsse auf die \u201ckollaborativen Prozesse\u201d in einer KI-Blackbox.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgew\u00e4hlte Maschinenzeichnungen stehen online zur Mitfinanzierung zum Verkauf. So k\u00f6nnen Interessierte das Projekt zus\u00e4tzlich unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":10370,"template":"","meta":{"_acf_changed":true},"class_list":["post-10586","werk","type-werk","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/werk\/10586","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/werk"}],"about":[{"href":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/werk"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10370"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/neu.esc.mur.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10586"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}